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Ohrumer Chronik

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Die Geschichte der Gemeinde Ohrum anlässlich der 1250 Jahr Feier im Jahre 1997

747 – 1997 Orheim – Horem – Arem - Ohrum ...
hatte im Laufe der Jahre viele verschiedene Namen

747
Ersterwähnung Orheims in den Fränkischen Annalen, hier gab es eine Lagerburg für Heerestruppen verbunden mit bäuerlichen Anwesen. Die Entstehung dieser Ansiedlung war in einer geographisch günstigen Lage zu erklären. Die Kreuzung einer alten Heerstraße von der Ostsee nach Italien mit dem so genannten Deitweg, der ein Teil des Verbindungsweges Aachen-Magdeburg, also vom Rhein bis an die Elbe, darstellt. Die natürliche Grenze, der Fluss Oker (Ovaccra) verengt sich an dieser Stelle, teilt sich durch eine Kiesbank in zwei Flussarme und bildet so eine für jedermann überwindliche Furt.

An dieser bedeutenden Stelle trafen im Frühjahr 747 die zwei verfeindeten Halbbrüder Pippin und Gripho, Söhne des Karl Martell, aufeinander um Ihre Erbstreitigkeiten in einer Schlacht auszutragen. Nach langen Verhandlungen schlossen Sie in der Okermitte brüderlichen Frieden und gaben damit Ohrums geschichtlicher Entwicklung friedfertiges Gedankengut mit auf den Weg.

780
Karl der Große zog erneut gegen das Volk der Sachsen aus, um es der fränkischen Reichsform und der christlichen Religionslehre zu unterwerfen. So ist wiederum den Fränkischen Annalen zu entnehmen, dass Karl der Große in diesem Jahr während eines Feldzuges in Ohrul am so genannten "Vaddernloch" eine Massentaufe vorgenommen hat und zu diesem Anlass oder Pflicht auch Völker aus anderen Regionen zur Taufe herbestellte, wie z. B. die Nordalbinger, die heutigen Bewohner Schleswig-Holsteins.

804
Eingliederung ins Frankenreich, die Bauern wurden unfrei und lehnspflichtig um die zu dieser Zeit entstandenen Kirchen zu unterhalten.

1022
Erste urkundliche Erwähnung "Horems" (Arem) in einer Gründungsurkunde des Klosters St. Michaelis zu Hildesheim, welches von Bischof Bernward mit umfangreichem Landeigentum ausgestattet wurde und so das Patronats- und Vogteirecht über Ohrum erhielt. Des weiteren ist in den Urkunden dieses Klosters die erste namentliche Erwähnung einer Ohrumer Familie, der Fam. Widekind gegen Ende des 12. Jahrhunderts zu finden. Der Kreislauf von Güterbewegungen innerhalb der großen Zahl umliegender Klöster verschonte auch die Ohrumer Bürger nicht und sie gerieten immer tiefer in die Abgabenpflicht der Kirche. Von Beginn an hatten sie den "Zehnten" ihrer Erzeugnisse abzugeben, der vom jeweiligen Besitzer der Ländereien festgesetzt wurde.

1277
Zerstörung Ohrums durch Truppen Heinrichs des Großen, zu dieser Zeit wurden erstmals in der Geschichte Ohrums Steinhäuser erwähnt. 1385 wurde über den östlichen Okerarm die erste Brücke gebaut. Es ist bekannt, dass die Siedlung Arem zu dieser Zeit aus mindestens 12 Höfen bestand.

1400
In jenen Jahren siedelten im Dorf Familien, die gleichermaßen Bauern und Handwerker waren. Sie arbeiteten auf den Besitzungen der Grundherren, die schon aus Eigeninteresse die Ansiedlung der Handwerkerfamilien vorantrieben. So entstanden im Dorf Höfe, die in der Amtssprache die Bezeichnung "Kothof" führten und sich grundlegend von den bis dahin üblichen Voll- und Halbhöfen unterschieden. In Ohrum begann sich ein Kotsassenviertel zu entwickeln das sich am westlichen Dorfrand entlang der alten Heerstraße von Süd nach Nord ausbreitete.

1500
Stiftsfehden des Bischof von Hildesheim und Auseinandersetzungen der Welfenherzöge brachten mehrfachen Wechsel der Religionszugehörigkeit mit sich. Ohrum wurde ein zinspflichtiges Dorf im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel und damit auch der neu eingeführten Steuerpflicht unterworfen, deren Überwachung das Amt in Schladen übernahm.

Der Büchsenmacher Tobias Küster erhielt in Wolfenbüttel die Bestellung zum Zeugmeister und bekam vom Herzog Heinrich Julius die Kruggerechtigkeit in Ohrum verschrieben. Er kaufte einen Kothof an der Heerstraße (Lindenhof), braute dort sein eigenes Bier und richtete den Hof so ein, dass Reisende dort übernachten konnten. Außerdem wurde ihm das Handelsrecht mit Tuchen, Seide, Gewürzen und anderem eingeräumt, der Hof war zehntfrei.

1627
Ohrum wurde während einer Schlacht im dreißigjährigen Krieg fast völlig zerstört, das gesamte Dorf bis auf 6 Häuser niedergebrannt, auch die Kirche fällt den Flammen zum Opfer. Feldherr Tilly nahm Ohrumer Bürger unter anderem auch den Pfarrer gefangen und brachte sie ins Heerlager Thiede. Ein Neuanfang und Wiederaufbau wurden durch einfallendes Gesindel, Dirnen, Gaukler und Händler die den Heeren folgten erschwert. Den Gesetzen und Anordnungen wurde kaum noch Folge geleistet.

1641
Der Auszug aller Ohrumer Einwohner nach Dorstadt unter Führung des Pfarrers, der im Nachbardorf mit seiner Gemeinde Aufnahme fand. Im Zuge einer erneuten Belagerung Wolfenbüttels, diesmal durch den Herzog Georg von Lüneburg, war in Ohrum wieder ein Heerlager eingerichtet worden. Bei Ihrem Abzug wurde von den brandschatzenden Soldaten alles bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen auf ihrem Land kehrten die Ohrumer zurück und wagten auch diesmal wieder einen Neuanfang.

Der Druck der Verschuldung durch Hausbau und der ungewissen Zukunft lag schwer auf den Bauern, doch sie sahen aufrechten Blickes geradeaus und ließen ein blühendes Bauerndorf entstehen. Das nun beginnende Zeitalter des Merkantilismus brachte neue Abgabenlasten durch ein geordnetes Steuerwesen mit sich, die Grundsteuer, Vermögenssteuer und Verbrauchssteuern wurden eingeführt.

1690
wird schon von einer Schule mit einer Klasse berichtet.

1700
Verheerende Seuchen wie Pocken, Ruhr und Pest überfielen das Land und fanden auch in Ohrum ihre Opfer. Viehseuchen und furchtbare Unwetter ließen die Einwohner immer wieder verzweifeln, aber sie hatten einen immer wiederkehrenden Mut zur Überwindung all dessen. Es wird vom ersten Steinbrückenbau über die Oker berichtet und obwohl etliche Ohrumer Familien nach Amerika auswandern, steigt die Zahl der Einwohner von 200 auf 360 Personen an.

1800
Nach Ablösung der Abgabenpflicht - jeder konnte endlich frei für sich wirtschaften - entwickelte sich der Handel und das Handwerk rasant . 1842 bekam Ohrum über Hedwigsburg einen Bahnanschluss an die neu entstandene Eisenbahnlinie Wolfenbüttel-Harzburg. Als im Laufe dieses Jahrhunderts die Nachfrage nach Zuckerrüben anstieg, sahen die Bauern sich in der Pflicht diese Rüben in größeren Mengen anzubauen und brachten es damit teilweise zu erheblichem Reichtum, so genannte Rübenburgen entstanden. Der Anbau und die Weiterverarbeitung dieser neuen Feldfrucht gab vielen Menschen Lohn und Brot. Die Zahl der Einwohner stieg auf 509 Personen an. Eine wichtige Errungenschaft für die Ohrumer Bevölkerung war 1836 die Anschaffung der ersten Feuerwehrspritze.

Historische Karte von 1899
1900
Schon der Beginn dieses Jahrhunderts brachte wieder Unruhe in das Leben der Menschen. 1914 musste aus fast jeder Ohrumer Familie ein Mann für das Vaterland in den Krieg ziehen, viele von ihnen kamen nie zurück. Inflation und Weltwirtschaftskrise gingen auch an den Ohrumern nicht spurlos vorübe und mit dem aufkommenden Nationalsozialismus wurde der Ort in besonderer Weise konfrontiert als am Schmiedeweg 1930 ein Reichsarbeitsdienstlager errichtet wurde. Während des zweiten Weltkrieges wurde fast die gesamte männliche Bevölkerung Ohrums zum Militärdienst eingezogen. 52 Ohrumer Männer ließen dabei ihr Leben. Wie durch ein Wunder blieb der Ort von Bombenangriffen verschont, aber bald hatte Ohrum erneut große Hürden zu überwinden. Folge des verlorenen Krieges waren Flüchtlinge und Vertriebene, deren Hoffnung es war, eine neue Existenz und Heimat zu finden. In fast jedem Ohrumer Haushalt wurden Neuankömmlinge untergebracht, später wurde dann auch das ehemalige Arbeitsdienstlager zur Flüchtlingsbaracke umfunktioniert. Die Einwohnerzahl kletterte bis auf über 1000 Seelen an. Eine zwangsläufige Folge war die Beschaffung von Bauland und ein Siedlungsprogramm.

Nach 1945
arbeitete der größte Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft, in der Fährmühle Hedwigsburg oder der dortigen Zuckerfabrik. Innerhalb des Ortes gab es eine Reihe von Geschäften und Handwerksbetrieben, die den Menschen Einkommen gaben. In den Jahrzehnten danach wurden mehr und mehr Höfe stillgelegt und die Menschen fanden Arbeit in Industrie und Wirtschaft außerhalb ihres Heimatdorfes. Heute hat sich das Leben im Dorf entscheidend gewandelt, aus dem ehemals blühenden Bauerndorf ist ein Wohndorf geworden. Die wenigen Betriebe bieten nur noch geringfügige Beschäftigung und auch Einkaufsmöglichkeiten sind fast vollständig verschwunden. Trotz alledem ist Ohrum noch immer ein Dorf in dem es sich leben lässt, zumal eine ansehnliche Zahl von Vereinen und Gruppierungen es sich zur Aufgabe gemacht hat, Zusammenhalt und Gemeinsamkeiten untereinander aufrecht zu erhalten und zu fördern. In Zukunft gilt es, Ohrum als dörflich strukturierten Ort bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, um auch Nachfolgegenerationen in unserem Dorf zu halten und ein Leben in angenehmer ländlicher Umgebung zu ermöglichen. Ein jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten, indem er ein wenig von dem immer wiederkehrenden Mut weitergibt, den uns unsere Vorfahren auf ihrem Heimatboden Ohrum vorgelebt haben.